firmenwebseiten.at
Zurück zum Blog
Lokales SEOOnline-MarketingDigitalisierungRatgeber

Google Search Console für lokale SEO: Suchanfragen nach Leistung und Ort auswerten

1. August 2026

Beitrag teilen

Google Search Console für lokale SEO: Suchanfragen nach Leistung und Ort auswerten

Viele österreichische KMU wissen, über welche Empfehlungen, Stammkunden oder Werbekampagnen neue Kontakte entstehen. Weniger klar ist oft, mit welchen Formulierungen Menschen die Firmenwebsite in der organischen Google-Suche finden. Suchen sie nach dem Firmennamen, nach einer konkreten Leistung, nach einem Problem oder nach einer Kombination aus Leistung und Ort? Genau hier hilft die Google Search Console für lokale SEO.

Der Leistungsbericht zeigt unter anderem Suchanfragen, Seiten, Impressionen, Klicks, Klickrate und durchschnittliche Position. Aus diesen Daten lässt sich keine automatische Umsatzprognose ableiten. Richtig ausgewertet zeigen sie aber, für welche lokalen Bedürfnisse eine Website bereits sichtbar ist, wo eine passende Seite fehlt und welche Inhalte zwar eingeblendet, aber selten angeklickt werden.

Dieser Leitfaden führt durch einen praxistauglichen 90-Tage-Check. Er eignet sich für Handwerksbetriebe, Fachgeschäfte, Kanzleien, Dienstleister und andere Unternehmen mit regionalem Markt in Österreich. Technisches SEO-Vorwissen ist dafür nicht nötig. Wichtig sind eine bestätigte Search-Console-Property, ein realistischer Blick auf kleine Datenmengen und die Bereitschaft, aus jeder Beobachtung nur eine nachvollziehbare Maßnahme abzuleiten.

Was der Leistungsbericht zeigt und was nicht

Google beschreibt den Leistungsbericht als Übersicht darüber, wie eine Website in den Google-Suchergebnissen abschneidet. Die Daten können nach Suchanfrage, Seite, Land, Gerät, Suchdarstellung und Zeitraum gruppiert oder gefiltert werden. Für lokale SEO sind vor allem die Dimensionen Suchanfragen und Seiten wichtig.

  • Impressionen zeigen, wie oft ein Link zur Website in einem erfassten Google-Suchergebnis eingeblendet wurde.
  • Klicks zeigen, wie oft jemand über ein solches Ergebnis zur Website gelangte.
  • CTR ist das Verhältnis von Klicks zu Impressionen.
  • Durchschnittliche Position beschreibt die durchschnittliche oberste Position der Website für die betrachteten Daten.

Diese Zahlen betreffen die Website-Property in der Google-Suche. Sie sind kein vollständiger Bericht über Aufrufe und Aktionen im Google-Unternehmensprofil, keine Anrufstatistik und kein Ersatz für eine saubere Anfrage- oder Umsatzmessung. Ein Betrieb sollte Search-Console-Daten daher mit Webanalyse, Formular- und Telefonprozessen sowie dem Wissen aus Kundengesprächen verbinden.

Vor dem Start: Eine belastbare 90-Tage-Basis anlegen

Öffnen Sie in der Search Console den Bericht Leistung für die Suchergebnisse und wählen Sie als Suchtyp zunächst Web. Für kleine lokale Websites ist ein Zeitraum von 90 Tagen meist aussagekräftiger als eine einzelne Woche. Er gleicht Feiertage, Schlechtwetterphasen und kurzfristige Schwankungen zumindest teilweise aus. Bei stark saisonalen Betrieben kann zusätzlich ein Vergleich mit demselben Zeitraum des Vorjahres sinnvoll sein.

Notieren Sie zu Beginn vier Eckdaten: gewählter Zeitraum, wichtige Website-Änderungen, laufende Kampagnen und betriebliche Besonderheiten. Wenn eine Installateur-Website Mitte des Zeitraums neue Leistungsseiten erhalten hat oder ein Geschäft drei Wochen Betriebsurlaub hatte, gehört diese Information neben die Auswertung. Sonst werden technische, redaktionelle und saisonale Effekte miteinander verwechselt.

Prüfen Sie außerdem, ob die richtige Property betrachtet wird. Eine Domain-Property erfasst Protokolle und Subdomains umfassender als eine einzelne URL-Präfix-Property. Die Umstellung gehört in fachkundige Hände, wenn nicht klar ist, welche Variante vollständig verifiziert ist. Für die laufende Analyse sollte das Team jedenfalls dieselbe Property verwenden, damit Zeitvergleiche nachvollziehbar bleiben.

Suchanfragen in fünf lokale Gruppen einteilen

Die rohe Query-Liste wird erst durch eine einfache Klassifikation handlungsfähig. Exportieren Sie die relevanten Zeilen oder führen Sie eine kleine Arbeitstabelle mit Suchanfrage, Impressionen, Klicks, Zielseite und Gruppe. Für viele KMU reichen fünf Gruppen:

  1. Markensuchen: Firmenname, Domain, Inhabername oder typische Schreibvarianten. Diese Menschen kennen den Betrieb meist bereits.
  2. Leistungssuchen: etwa „Küchenmontage“, „E-Check Gewerbe“ oder „Lohnverrechnung für Kleinbetrieb“.
  3. Ortsbezogene Suchen: Leistung plus Gemeinde, Bezirk, Stadtteil oder Region, beispielsweise „Tischler Krems“.
  4. Problem- und Bedarfssuchen: etwa „Heizung verliert Druck“, „Schlüssel abgebrochen“ oder „Schaufenster beschriften lassen“.
  5. Informationssuchen: Fragen zu Ablauf, Material, Voraussetzungen, Preisfaktoren oder Vorbereitung.

Diese Gruppen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Markensuchen prüfen, ob der bestehende Firmenauftritt sauber auffindbar ist. Leistungssuchen zeigen Nachfrage ohne zwingenden Markenbezug. Ortskombinationen geben Hinweise auf regionale Relevanz. Problem- und Informationssuchen liefern Ideen für hilfreiche Ratgeber, FAQ oder Leistungsabschnitte. Eine hohe Zahl von Informationsimpressionen ist nicht automatisch schlechter als eine direkte Anfrage. Entscheidend ist, ob die jeweilige Seite den nächsten sinnvollen Schritt anbietet.

Mit Filtern Leistungen und Orte getrennt untersuchen

Im Leistungsbericht können Suchanfragen nach enthaltenen Begriffen oder mit regulären Ausdrücken gefiltert werden. Google verwendet dafür die RE2-Syntax; Groß- und Kleinschreibung wird standardmäßig nicht unterschieden. Eine einfache ODER-Gruppe für mehrere Orte kann beispielsweise so aussehen:

(wels|marchtrenk|grieskirchen|eferding)

Für Leistungsvarianten könnte ein Betrieb getrennt davon einen Filter wie diesen verwenden:

(elektriker|elektroinstallation|e-check|wallbox)

Starten Sie mit getrennten Gruppen und exportieren Sie die Ergebnisse. In der Arbeitstabelle lässt sich anschließend markieren, welche Suchanfragen sowohl einen Leistungs- als auch einen Ortsbegriff enthalten. Das ist für kleine Teams leichter zu prüfen als ein unnötig komplizierter Ausdruck. Ergänzen Sie nur Begriffe, die zum tatsächlichen Angebot und realen Einsatzgebiet passen. Suchvolumen in einer entfernten Stadt ist kein Auftrag, künstlich eine Standortseite ohne Niederlassung oder belastbare Leistungserbringung zu bauen.

Der eingebaute Filter für Marken- und Nicht-Markensuchen kann die Trennung vereinfachen. Google weist jedoch darauf hin, dass er bei Properties mit wenigen Impressionen nicht immer verfügbar ist und Klassifikationen ungenau sein können. Dann wird der Firmenname mit Schreibvarianten manuell gefiltert. Unser Beitrag zum Firmennamen-Check bei Google hilft dabei, die tatsächlich verwendeten Namensformen vorab zu sammeln.

Von der Suchanfrage zur richtigen Seite wechseln

Eine Query allein sagt noch nicht, welche URL Google dafür zeigt. Klicken Sie eine wichtige Suchanfrage an und wechseln Sie anschließend zum Tab Seiten. Damit wird sichtbar, ob eine passende Leistungsseite, die Startseite, ein Blogartikel oder eine unerwartete URL Impressionen erhält.

Daraus ergeben sich vier typische Situationen:

  • Passende Seite mit steigenden Impressionen: Inhalt weiter beobachten und nur bei erkennbarem Bedarf ergänzen.
  • Passende Seite mit Impressionen, aber wenigen Klicks: Position, Suchintention, Seitentitel und Beschreibung gemeinsam prüfen.
  • Unpassende Seite wird gezeigt: Informationsarchitektur, interne Links und inhaltliche Abgrenzung der Seiten untersuchen.
  • Keine relevante Seite wird sichtbar: zuerst Indexierung und tatsächliche Angebotsabdeckung prüfen; danach über eine neue oder wesentlich bessere Seite entscheiden.

Eine neue Seite ist nicht für jede Query nötig. Mehrere sehr ähnliche Ortsseiten mit ausgetauschtem Gemeindenamen helfen Besucherinnen und Besuchern selten. Besser ist eine fachlich starke Leistungsseite mit nachvollziehbarem Einsatzgebiet, konkreten Abläufen, Referenzen und Kontaktweg. Wenn mehrere echte Standorte bestehen, sollten deren Firmendaten technisch sauber getrennt sein. Der Leitfaden zu LocalBusiness Schema für KMU erklärt die strukturierte Auszeichnung solcher Daten.

Vier Kennzahlen als Entscheidungsmatrix lesen

Einzelne Durchschnittspositionen werden leicht überbewertet. Google empfiehlt, bei der Beurteilung stärker auf Entwicklungen bei Impressionen und Klicks zu achten als nur auf die Position. Für den Arbeitsalltag ist eine kleine Matrix hilfreicher:

Viele Impressionen, wenige Klicks

Prüfen Sie zuerst, ob die durchschnittliche Position überhaupt realistische Klickchancen bietet. Liegt die Seite häufig weit hinten, ist die CTR allein wenig aussagekräftig. Bei brauchbarer Position können Seitentitel, Beschreibung und Suchintention nicht gut zusammenpassen. Formulieren Sie konkreter, ohne Werbeversprechen oder Keyword-Ketten.

Wenige Impressionen, gute Klickrate

Die kleine Zielgruppe reagiert offenbar passend. Jetzt ist zu prüfen, ob weitere echte Varianten der Leistung, Region oder Frage auf derselben Seite sinnvoll beantwortet werden können. Das ist kein Anlass, den Text mit Ortsnamen zu füllen.

Steigende Impressionen, gleichbleibende Klicks

Die Sichtbarkeit verbreitert sich, aber die Website gewinnt nicht im gleichen Verhältnis Besuche. Vergleichen Sie Queries und Seiten zwischen zwei Zeiträumen. Vielleicht erscheint ein allgemeiner Ratgeber für neue Begriffe, während die eigentliche Leistungsseite unverändert bleibt.

Sinkende Klicks bei stabilen Impressionen

Prüfen Sie Änderungen an Suchergebnis, Wettbewerb, Seitentitel, Angebot und Saison. Ein einzelner Rückgang beweist weder eine technische Abstrafung noch einen Fehler. Dokumentieren Sie die Hypothese und ändern Sie nicht mehrere zentrale Elemente gleichzeitig.

Praxisbeispiel: Elektrobetrieb im Raum Wels

Ein fiktiver Elektrobetrieb wertet 90 Tage aus. Die Startseite erhält Impressionen für den Firmennamen und „Elektriker Wels“. Eine Leistungsseite zur Anlagenprüfung erscheint für „E-Check Gewerbe Wels“, aber auch für „Prüfbefund Geschäftslokal“. Ein älterer Blogartikel wird für „Wallbox Mehrparteienhaus Oberösterreich“ gezeigt, obwohl er nur Einfamilienhäuser behandelt.

Das Team leitet drei begrenzte Maßnahmen ab. Erstens wird die Anlagenprüfungsseite um Zielgruppen, Ablauf und regionale Einsatzgrenzen ergänzt. Zweitens erhält sie interne Links von passenden Projektseiten. Drittens wird geprüft, ob der Wallbox-Artikel sachlich um Mehrparteienhäuser erweitert werden kann oder ob dafür tatsächlich eine eigene Leistung angeboten wird. Die Startseite wird nicht gleichzeitig komplett umgeschrieben, weil ihre Markensuche stabil funktioniert.

Nach der Änderung setzt das Team ein Datum in der Auswertung und wartet einen ausreichenden Beobachtungszeitraum ab. Es vergleicht dieselbe Query-Gruppe und dieselbe URL. So bleibt nachvollziehbar, welche Maßnahme mit welcher Entwicklung zusammenfällt, ohne Kausalität vorschnell zu behaupten.

Grenzen der Daten richtig einordnen

Search Console zeigt nicht jede einzelne Suchanfrage. Google lässt anonymisierte Queries aus Datenschutzgründen aus der Tabelle weg; außerdem werden wegen interner Grenzen nicht sämtliche Datenzeilen dargestellt. Gefilterte Summen können deshalb von ungefilterten Gesamtsummen abweichen. Gerade bei lokalen Long-Tail-Suchen mit wenigen Impressionen ist das normal.

Weitere Stolpersteine sind die Zuordnung zu kanonischen URLs, Durchschnittswerte über verschiedene Orte und Geräte sowie kleine Stichproben. Eine durchschnittliche Position kann mehrere sehr unterschiedliche Situationen zusammenfassen. Vergleichen Sie deshalb möglichst denselben Zeitraum, dieselbe Query-Gruppe, dieselbe Seite und denselben Gerätetyp. Behandeln Sie Unterschiede als Hinweis, der durch eine manuelle Seitensichtung und betriebliche Rückmeldung geprüft wird.

Auch der Länderfilter „Österreich“ ersetzt keine regionale Auswertung innerhalb des Landes. Search Console bietet keine Aufteilung nach Bundesland oder Gemeinde. Lokale Hinweise entstehen vor allem aus den Suchbegriffen selbst und aus den Seiten, die für sie erscheinen. Kundengespräche bleiben wichtig: Wenn Menschen telefonisch immer denselben Orts- oder Leistungsbegriff verwenden, gehört er in die qualitative Auswertung, auch wenn er in der Query-Tabelle anonymisiert oder selten ist.

Ein monatlicher 30-Minuten-Ablauf für KMU

  1. Fünf Minuten: 90-Tage-Verlauf und Vergleichszeitraum auf auffällige Änderungen bei Impressionen und Klicks prüfen.
  2. Zehn Minuten: Marken-, Leistungs-, Orts- und Problemgruppen nacheinander filtern; neue relevante Queries markieren.
  3. Fünf Minuten: Für drei wichtige Queries die angezeigten Seiten kontrollieren.
  4. Fünf Minuten: Eine priorisierte Maßnahme mit Zielseite, Grund und Prüftermin festlegen.
  5. Fünf Minuten: frühere Maßnahmen anhand desselben Filters nachprüfen und Ergebnis dokumentieren.

Die Beschränkung auf eine Hauptmaßnahme schützt vor Aktionismus. Ein Monat kann der Verbesserung einer Leistungsseite dienen, der nächste der internen Verlinkung und der dritte der Bereinigung eines veralteten Inhalts. Technische Fehler oder ein plötzlicher starker Einbruch haben natürlich Vorrang und sollten fachlich geprüft werden.

Checkliste für die nächste Auswertung

  • Ist die richtige und vollständig verifizierte Property geöffnet?
  • Sind Zeitraum, Suchtyp und besondere Betriebsereignisse dokumentiert?
  • Wurden Marken-, Leistungs-, Orts-, Problem- und Informationssuchen getrennt betrachtet?
  • Ist für wichtige Queries bekannt, welche Seite Google anzeigt?
  • Werden Impressionen, Klicks, CTR und Position gemeinsam gelesen?
  • Ist klar, welche Daten Search Console nicht abbildet?
  • Gibt es genau eine priorisierte Maßnahme mit Zielseite und Prüftermin?

Fazit: Lokale SEO aus echten Suchanfragen weiterentwickeln

Die Google Search Console ersetzt keine Strategie, liefert aber eine belastbare Verbindung zwischen Website und tatsächlichen Suchanfragen. Österreichische KMU können damit erkennen, welche Leistungen und Ortsbezüge bereits sichtbar sind, welche Seite dafür erscheint und wo Titel, Inhalt oder Seitenstruktur nicht zur Suchintention passen.

Beginnen Sie mit 90 Tagen, fünf Query-Gruppen und einer einzigen priorisierten Verbesserung. Dokumentieren Sie den Ausgangswert und prüfen Sie später denselben Filter erneut. So entsteht aus einem umfangreichen Bericht ein überschaubarer SEO-Arbeitsprozess, der sich an echten Leistungen, realen Regionen und nachvollziehbaren Daten orientiert.

Quellen und weiterführende Informationen

Tags:Google Search ConsoleLokales SEOSuchanfragenLeistungsberichtStandortseitenSEO-MessungSuchintentionKMU Österreich